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Bittere Orangen? Preisspirale, Ernteausfälle und globale Marktanteile im Fokus

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Orangenpreise: Entwicklung der letzten 5 Jahre im Kontext von Erntevolumen und Marktanteilen der größten Produzenten

Der Preis für Orangen unterliegt verschiedenen Einflussfaktoren, die auf der Angebots- und der Nachfrageseite liegen. Im Folgenden beleuchten wir die Entwicklung der Orangenpreise der letzten 5 Jahre im Zusammenhang mit dem Erntevolumen und werfen einen Blick auf die größten Orangenproduzenten der Welt und ihre Marktanteile.

Preisentwicklung der Orangen

In den letzten 5 Jahren (2019-2024) zeigte der Orangenpreis eine schwankende Entwicklung. Nach einem Tief im Jahr 2019 mit durchschnittlich 0,50 €/kg stiegen die Preise bis 2021 kontinuierlich auf 0,65 €/kg. Im Jahr 2022 kam es aufgrund von Ernteausfällen in einigen Ländern zu einem sprunghaften Anstieg auf 0,80 €/kg. Aktuell (Stand Mai 2024) pendeln sich die Preise bei rund 0,70 €/kg ein.

Erntevolumen der Orangen

Die Entwicklung der Orangenpreise geht Hand in Hand mit dem Erntevolumen. In den Jahren 2019 und 2020 war die globale Orangenproduktion aufgrund von ungünstigen Witterungsbedingungen unterdurchschnittlich. Dies führte zu einem verknappten Angebot und einem Anstieg der Preise. In den Jahren 2021 und 2022 erholte sich die Produktion, was zu einem Preisrückgang beitrug. Im Jahr 2023 lag die globale Orangenproduktion auf einem durchschnittlichen Niveau.
Größte Orangenproduzenten und Marktanteile:

Die größten Orangenproduzenten der Welt

1. Brasilien: Mit einem Marktanteil von ca. 25% ist Brasilien der unangefochtene Marktführer im Bereich der Orangenproduktion. Das Land profitiert von einem günstigen Klima und großen Anbauflächen.
2. Vereinigte Staaten: Die USA haben einen Marktanteil von ca. 15%. Die größten Anbaugebiete befinden sich in Florida und Kalifornien.
3. China: Mit einem Marktanteil von ca. 12% ist China der drittgrößte Orangenproduzent der Welt. Die Produktion konzentriert sich auf den Süden des Landes.
4. Spanien: Spanien ist der größte Orangenproduzent in Europa und hat einen globalen Marktanteil von ca. 10%. Die Anbaugebiete befinden sich hauptsächlich in der Region Valencia.
5. Mexiko: Mexiko hat einen Marktanteil von ca. 8%. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen im Bundesstaat Veracruz.
Neben diesen Hauptakteuren spielen Länder wie Indien, Ägypten und die Türkei eine wichtige Rolle in der globalen Orangenproduktion.

Ausblick der künfitgen Preisentwicklung – Verschärfung der Ernteprognose in 2024/2025

Die zukünftige Entwicklung der Orangenpreise ist schwer vorherzusagen. Es ist zu erwarten, dass Angebot und Nachfrage weiterhin die wichtigsten Preistreiber sein werden. Witterungsbedingungen, Krankheiten und Schädlinge führen zu Ernteausfällen und Preisanstiegen. Andererseits führt eine steigende Produktion zu einem Preisrückgang.

Zudem spielen Faktoren wie die allgemeine wirtschaftliche Lage, die Entwicklung des Wechselkurses und die Handelspolitik eine Rolle. Die wachsende Nachfrage in Schwellenländern und die zunehmende Beliebtheit von Bio-Orangen könnten den Markt in den kommenden Jahren ebenfalls beeinflussen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklung der Orangenpreise von einer Vielzahl von Faktoren abhängt. Die Erntemenge spielt eine wichtige Rolle, ebenso wie die Marktanteile der größten Produzenten. Es ist zu erwarten, dass Angebot und Nachfrage in Zukunft die wichtigsten Preistreiber sein werden.

Fruchtsaft.de geht von einem massiven Ernterückgang in Brasilien in 2024/2025 aus (Pressebericht Orangenkrise) .

Steigende Nachfrage nach Bio-Orangen durch die Verbraucher

Der Anteil von Bio-Orangen am globalen Orangenmarkt ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Im Jahr 2020 lag der Anteil von Bio-Orangen an der weltweiten Orangenproduktion bei ca. 8%. In einigen Ländern, wie z. B. in Dänemark und Schweden, liegt der Anteil von Bio-Orangen bei über 50%.

Der Trend zu Bio-Orangen wird durch das wachsende Bewusstsein der Verbraucher für die Umwelt- und Gesundheitsvorteile von Bio-Produkten getrieben. Bio-Orangen werden ohne den Einsatz von synthetischen Pestiziden und Herbiziden angebaut, was die Umwelt schont und die Gesundheit der Verbraucher schützt. Zudem enthalten Bio-Orangen mehr Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe als konventionell angebaute Orangen.

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